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Offener Jugendvollzug in Göttingen

Offener Vollzug Göttingen

Offener Jugendvollzug Göttingen

Der Offene Jugendvollzug auf dem Göttinger Leineberg gehört seit 01.01.2010 als Abteilung zur Jugendanstalt in Hameln. Damit werden die gesetzlichen Vorgaben erfüllt, Jugend- und Erwachsenenvollzug deutlich voneinander zu trennen.

„Die Zusammenführung des Jugendvollzugs im Land bringt viele Chancen für die weitere Entwicklung des Jugend­vollzugs in Niedersachsen“, freute sich Anstaltsleiterin Christiane Jesse. „Wir müssen gerade mit Jugendlichen differenziert arbeiten. Die langjährigen Erfahrungen aus dem offenen Jugendvollzug in Göttingen werden auch die Arbeit in der Hauptanstalt in Hameln bereichern.“

In Niedersachsen werden alle männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden, die erstmals eine Haftstrafe von maximal dreieinhalb Jahren verbüßen müssen, im Offenen Jugendvollzug Göttingen aufgenommen. Dort wird die Eignung überprüft. Das Gelände ist nicht von Mauern umschlossen und auch nicht von vergitterten Fenstern geprägt. 100 Haftplätze stehen zur Verfügung.

"Offener Vollzug in Göttingen stellt für die Jugendlichen eine Chance dar, die sie annehmen und für die eigene Entwicklung nutzen können."

Der „Offener Vollzug“ verzichtet auf technische Sicherungen. Durch regelmäßige und intensive Beziehung und Bewegung aus dem Vollzug in die „normale“ Welt außerhalb der Anstalt werden Bedingungen geschaffen, unter denen der Auftrag „Vorbereitung auf ein zukünftig straffreies Leben in Freiheit“ erfüllt werden kann.

Offener Jugendvollzug in Göttingen - 1982 bis heute

Die Jugendanstalt Göttingen-Leineberg wurde 1982 als selbständige Anstalt auf dem Gelände des früheren Landesjugendheims Niedersachsen eingerichtet und hat in kurzer Zeit eine regional und überregional anerkannte Rolle im differenzierten System des Justizvollzugs ausgefüllt.

Die im Vollstreckungsplan geregelte Zuständigkeit besteht seit der Einrichtung: Jugendliche Erstverbüßer mit maximal dreieinhalb Jahren Strafzeit kommen nach Göttingen in den offenen Vollzug.

Im Zuge der Zusammenlegung von kleineren Vollzugseinrichtungen wurde der Offene Jugendvollzug 2003 Teil der noch in Planung befindlichen JVA Rosdorf. Die folgenden Jahre waren neben der Alltagsarbeit mit den inhaftierten Jugendlichen im Offenen Jugendvollzug geprägt vom Neubauprojekt JVA Rosdorf.

Mit der Neuordnung der Vollzugslandkarte 2008 legte das Justizministerium auch die Zusammenführung der Einrichtungen des Jugendvollzugs fest.

Seit 2010 gehört der Offene Vollzug in Göttingen als Abteilung zur Jugendanstalt Hameln.

Die Arbeit konzentriert sich auf vier Bausteine:

  • Leben und Lernen in differenzierten Wohngruppen mit einem möglichst großen Maß an Selbstverantwortung
  • Schulische und berufliche Bildung und Ausbildung in internen und in externen Maßnahmen
  • Sport- und freizeitpädagogische Maßnahmen und Angebote, um Interessen zu wecken und Erfahrungen als Alternative zum passiven „Abhängen“ zu vermitteln
  • Querschnittsaufgaben wie soziales Training oder Suchtberatung

Die Infrastruktur beinhaltet neben den in Wohngruppen aufgeteilten Häusern einen internen Bildungsbereich, Ausbildungswerkstätten in den Berufsfeldern Garten- und Landschaftsbau, Metall, Holz, Bau, Farb- und Raumgestaltung, Gastronomie und Service sowie umfangreiche Sport- und Freizeitanlagen. Extern wird das Bildungs- und Ausbildungsangebot der Region Göttingen genutzt.

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